Was sagt uns das Röntgenbild (Diagnostik)

Um die Diagnose einer Skoliose zu stellen, braucht der Arzt ein Röntgenbild. Es sollte zur Verlaufskontrolle möglichst eine Wirbelsäulenganzaufnahme im Stehen angefertigt werden.

Röntgenaufnahmen Art und Größe stellen natürlich eine gewisse Strahlenbelastung dar. Dennoch kann man nicht auf sie verzichten. Röntgenaufnahmen sind immer dann erforderlich, wenn nach klinischen Messungen ein Verschlechterung zu erwarten ist oder auch zur Überprüfung einer Korsettversorgung im Röntgenbild. Nach den ersten Aufnahmen zur Diagnoseerstellung ist jedoch eine Seitaufnahme in der Regel nicht mehr erforderlich. Des weiteren kann zur Einsparung der Strahlendosis eine so genannte „low dose“-Aufnahme durchgeführt werden, mit entsprechender Verkürzung der Belichtungszeit, sofern es nur um das Ausmessen des Krümmungswinkels geht. Leider bleibt diese Strahlen sparende Aufnahme nur PatientInnen vorbehalten, welche nicht überallzu starke Fettpölsterchen verfügen.

Bestimmung des Skoliosewinkels nach Cobb

Das Ausmaß der Seitausbiegung bei der Skoliose wird an einer Wirbelsäulenganzaufnahme im Stehen bestimmt. Hierbei werden an den Scheitelwirbel (3) eine Vertikale (Senkrechte) (1a) zur Ebene der Grundplatte (2a) des unteren Neutralwinkels (4) und eine Vertikale (1b) zur Ebene der Deckplatte (2b) des oberen Neutralwinkels (5) gezogen. Der Schnittpunkt der beiden Vertikalen ergibt den Winkel α1 der Seitabweichung (Skoliosewinkel). Der Winkel α2 des Schnittpunkts der Ebenen des unteren und oberen Neutralwinkels entspricht ebenfalls dem Skoliosewinkel (identischer Wechselwinkel). Häufig liegt dieser Schnittpunkt jedoch außerhalb des angefertigten Röntgenbilds, weshalb man sich des korrespondierenden Winkels α1 bedient.

Rotationsbestimmung nach Nash/Moe

Mit dieser Methode bestimmt man das Maß der Rotation (Verdrehung) der skoliotischen Wirbelsäule. Auf der Röntgenaufnahme werden die Positionen der Bogenwurzeln in Relation zum Wirbelkörper beurteilt, wodurch 4 Rotationsgrade bestimmt werden können.
a: Normalbefund, keine Rotation
b: Rotation Grad I
c: Rotation Grad II
d: Rotation Grad III
e: Rotation Grad IV

Risser-Zeichen

Die Beckenkämme werden in einer Röntgenaufnahme dargestellt, je nach Ausprägung der Verknöcherung der Beckenkammapophysen kann auf das weitere Skelettwachstum geschlossen werden. Es gibt die Stadien 0-5, wobei  Risser,Stadium 5 bedeutet, dass die Apophysen des Beckenkamms komplett verknöchert sind und damit das Wachstum abgeschlossen ist.

Beurteilung des Skelettwachstums nach Greulich und Pyle

In den ap. Röntgenaufnahmen der Hand kann der Zustand der Verknöcherung der Epiphysen des Handskeletts beurteilt werden.
Greulich und Pyle haben einen Atlas verfasst, mit dessen Hilfe das Knochenalter bestimmt werden kann. Der unterschiedlich fortgeschrittene Verschluss der Epiphysen des Handskeletts ermöglicht die Bestimmung des weiteren Wachstums.

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