• Über Skoliose

    Definition/Einleitung
    Skoliose (griechisch: skolios = krumm) ist eine Seitverbiegung der Wirbelsäule, bei gleichzeitiger Rotation der Wirbel, welch nicht mehr vollständig aufgerichtet werden kann. Die Wirbelsäule bildet dabei in der Regel mehrere, einander gegenläufige Bögen, die sich kompensieren, um das Körpergleichgewicht aufrecht zu erhalten (S-Form). Eine bestehende Seitverbiegung ohne entsprechende Verdrehung ist keine Skoliose im engeren Sinn. Eine Skoliose kann bei allen Wirbeltieren einschließlich Fischen vorkommen. Die Skoliose beim Menschen wurde erstmals schon in der Antike vom griechischen Arzt Hippokrates beschrieben und behandelt.

    Wie werden die Skoliosen eingeteilt?
    Man teilt die Skoliosen in folgende Gruppen ein:

    • Idiopatische Skoliose
    80-90% aller Skoliosen bezeichnet man als „idiopathisch”. (griechisch:idios=selbst, pathos=Leiden, Erkrankung). Das bedeutet, dass es sich um eine Skolioseform handelt, deren auslösende Ursache bislang nicht geklärt ist. Die idiopathischen Skoliosen werden nach dem Alter des jeweiligen ersten Auftretens in folgende Untergruppen geteilt:

    Infantile idiopathische Skoliose (Erstmanifestation der Skoliose bis zum 3. Lebensjahr)
    Juvenile idiopatsche (Erstmanifestation zwischen dem 3.-10. Lebensjahr)
    Adoleszente idiopathische Skoliose (Erstmanifestation zwischen dem 10. Lebensjahr und dem Abschluss des Wachstums)

    • Kongenitale Skoliose
    Unter einer kongenitalen (angeborenen) Skoliose versteht man eine Wirbelsäulendeformität mit Seitverbiegung und Verdrehung der Wirbelsäule, die durch angeborene Störungen in der embryonalen Wirbelentwicklung die Ausbildung von einem oder mehreren fehlgebildeten Wirbeln verursacht. Die unvollständig ausgebildeten Wirbel führen zu einem asymmetrischen Wachstum der Wirbelsäule. Fehlangelegte Wirbel können in jedem Wirbelsäulenabschnitt auftreten. Durch so genannte Formationsstörungen, Segmentationsstörungen oder kombinierte Formen von Wirbelfehlanlagen wird das normale Wachstum der Wirbelsäule gestört und es kann dadurch in der weiteren Entwicklung der Wirbelsäule zur Ausbildung einer Skoliose kommen. Kongenitale Skoliosen treten selten auf, können aber wegen der Schwere der Wirbelsäulendeformität eine frühzeitige Operation erforderlich machen.
    • Neuromuskuläre Skoliose
    Man beschreibt damit Krankheitsbilder, die primär durch neurologische oder muskuläre Erkrankungen entstehen und durch eine Vielzahl von Symptomen in unterschiedlicher Ausprägung bestimmt sind (zum Beispiel Störungen des Haltungs- und Bewegungsapparats, geistiger Behinderung oder Schädigung der Sinneswahrnehmung). Viele dieser Erkrankungen beginnen bereits im Kindesalter und können, neben der Vielzahl der vorherrschenden Einzelsymptome, durch die neuromuskuläre Störung des Haltungsapparats mit lokal oder generalisiert auftretenden Muskeldysfunktionen im Verlauf der Erkrankung auch zur Ausbildung einer Skoliose führen.

    Wie häufig tritt die Skoliose auf (Epidemiologie)?
    In der Literatur gibt es bei der Angabe der Häufigkeit des Auftretens einer Skoliose weltweit eine große Schwankungsbreite. Dies hängt mit unterschiedlichen Definitionen zusammen, ab welchen Kriterien eine Skoliose vorliegt. Die Angaben schwanken zwischen 0,1 und 15%, im Durchschnitt kann man eine Häufigkeit von ca. 4% annehmen. In Deutschland sind etwa 400000 Menschen von einer Skoliose betroffen.
    Cirka 90% aller Skoliosen sind idiopathische Skoliosen, von der Mädchen viermal so häufig betroffen sind als Jungen. Die restlichen 10% diagnostizierter Skoliosen verteilen sich auf die kongenitalen und neuromuskulären Skoliosen.

    Welche Symptome kann eine Skoliose verursachen?
    Im Anfangsstadium kann die Skoliose bei Kindern keinerlei Beschwerden verursachen, weshalb diese Erkrankung häufig nur durch Zufall entdeckt wird. Bei einer fortgeschrittenen Skoliose können sich folgende Symptome zeigen:

    • Nicht lotgerechter Verlauf der Dornfortsatzreihe
    • Verschiedene Höhe des Schulterstandes
    • Rippenbuckel, der durch die Rotation der Wirbel auf der konvexen Seite der Skoliose entsteht
    • Rippental, das ebenfalls durch die Rotationsasymmetrie der Wirbel entsteht und auf der Konkavseite der skoliotischen Krümmung liegt
    • Lendenwulst bei einer lumbalen Skoliose durch die Hervorhebung der paraspinalen Muskulatur auf der Konvexseite
    • Verstrichene Taillendreiecke
    • Schräge Kopfhaltung
    • Seitlicher Rumpfüberhang
    • Rückenschmerzen
    • Deformität des Brustkorbs. Bei einer fortgeschrittenen Deformierung des Brustkorbs kann es zur Kompression von Herz und Lunge kommen, wodurch die Herz- Kreislauf- und Atemfunktion stark beeinträchtigt werden kann.
    • Einschränkung der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität
    • Degenerative Veränderungen an den betroffenen Wirbelsäulensegmenten

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