Wird eine Skoliose vom Arzt diagnostiziert und Krankengymnastik verordnet, empfiehlt es sich eine auf dieses Thema spezialisierte Praxis aufzusuchen. Die häufigste Skoliose ist die idiopathische (unbekannter Ursache) juvenile (im Jugendalter) Skoliose. Da im Wachstumsalter oft mit einer Zunahme der Krümmung zu rechnen ist, wird ab einem Krümmungswinkel von 10° (am Röntgenbild gemessen nach Cobb) konsequente, gezielte Krankengymnastik dringend empfohlen. Ab 20° nach Cobb wird im Wachstumsalter mit Korsett und Krankengymnastik behandelt.
Zunächst wird ein krankengymnastischer Befund erstellt. Die Ursache der Skoliose (in ca. 85 % der Fälle ist diese nicht bekannt), ihre Ausprägung , das Behandlungsalter, die sich aus diesen Faktoren ergebende Prognose, sowie eventuelle Beschwerden (nicht zwingend vorhanden) ergeben den individuell zusammengestellten krankengymnastischen Behandlungsplan.
Um bestmögliche Voraussetzungen für das Wirbelsäulenwachstum zu schaffen, eine Verschlechterung der Skoliose und eventuelle Folgen wo möglich zu vermeiden, zu verlangsamen oder so gering wie möglich zu halten, kommen je nach Befund und Schwerpunkt z. B. folgende Maßnahmen zur Anwendung:
Zahlreiche physiotherapeutische Behandlungsmethoden, aktive und passive mit teilweise unterschiedlichen Behandlungsansätzen beschäftigen sich mit der Therapie von Skoliosen. Sie sollten sich positiv ergänzen und befundorientiert eingesetzt werden.Im Zusammenhang genannt werden neurophysiologische Therapiemethoden, wie
Gocht – Gessner, Niederhöffer, Klapp haben Übungen für die Skoliosetherapie entwickelt u.a. hat sich Dorn mit dem Thema befasst.
Während beim Jugendlichen das krankengymnastische Ziel darin besteht die Wirbelsäulenaufrichtung zu begünstigen oder eine Krümmungszunahme zu vermeiden, wenigstens abzumildern, werden beim Erwachsenen eventuelle Folgen der Skoliose behandelt; Verschlechterung soll vermieden, bzw. hinausgezögert werden Schmerzlinderung, falls nötig eingeschränkte Funktionen verbessern, Ausdauer und Vitalkapazität steigern und erhalten Dekompensation vermeiden.
Ist eine Operation erforderlich wird das Operationsergebnis durch Krankengymnastik stabilisiert und Folgen werden gemildert.