Beim Jacobson-Entspannungstraining wird davon ausgegangen, dass eine Verringerung der Muskelanspannung zu einer Reduzierung von Nervosität oder sonstiger emotionaler Anspannung führt. Indem man die Spannungszustände der Muskulatur aktiv minimiert, beugt man allgemeinen Stressreaktionen vor – getreu dem Prinzip: Wenn der Körper sich entspannt, entspannt sich auch die Psyche.
Die bewusste Entspannung einzelner Muskelpartien bewirkt eine Aktivierung des so genannten Parasympathikus. Der Parasympathikus ist der Anteil des vegetativen Nervensystems, der für die Senkung des Blutdrucks, die Abnahme der Herzschlagrate, die Entspannung der Muskulatur und eine tiefe und langsame Atmung zuständig ist. Die Progressive Muskelentspannung beruht, wie auch das Autogene Training, auf dem psychophysiologischen Einheitsprinzip: Wenn der Körper sich entspannt, entspannt sich auch die Psyche – und andersherum.
Die Vorteile der Progressiven Muskelrelaxation liegen in ihrer Effektivität und in ihrer schnellen und einfachen Erlernbarkeit. Bei regelmäßigem Training ist nach kurzer Zeit eine selbstständige körperliche und psychische Entspannung möglich. Der Nutzen der Progressiven Muskelentspannung ist bei Beschwerden wie Ängsten, Bluthochdruck (Hypertonie) und Migräne nachweisbar.
In dem Behandlungsplan einer Skoliosetherapie kann der Patient mittels der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen lernen, unnötige Muskelverspannungen zu reduzieren. Jacobsen ist jedoch nicht eine Skoliosebehandlung, sondern kann lediglich, der Bewußtmachung des eigenen Körpers dienen.