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    Eine interessante Alternative zu konventionellen Betten, zu denen Sie sich unter „Matratzen“ vielleicht bereits informiert haben, bieten Wasserbetten. Da ihr Aufbau weniger bekannt ist, erfahren Sie an dieser Stelle zunächst einige Grundlagen.

    Bestandteile:

    Ein Wasserbett besteht im Kern natürlich aus Wasser, dessen Eigenschaften das große Plus dieses Schlafsystems darstellen.  Das Wasser befindet sich gemeinsam mit der sogenannten Wellenberuhigung in einem stabilen Wassersack. Bei der Wellenberuhigung  handelt es sich um Einlagen, die die Wellenbewegung des Wassers absorbieren bei gleichzeitigem Erhalt der positiven Eigenschaften des Wassers. Es gibt die Auswahl von starker Beruhigung, hier ist die Wellenbewegung weitgehend ausgeschaltet, in mehreren Abstufungen bis zu komplett ohne Beruhigung. Entscheidungskriterium ist hier das persönliche Empfinden. Der Wasserkern mit dem Wassersack ist umhüllt von einer Sicherheitsfolie, die im Notfall auslaufendes Wasser auffängt.  Unter dem Wasserkern und der Sicherheitsfolie befindet sich eine individuell regelbare  Heizung.  Das ganze liegt auf einer Bodenplatte und kann durch ein Podest in der Höhe variiert werden. Eine höhere Betteinstiegshöhe kann gerade bei orthopädischen Einschränkungen eine Hilfe sein. Der Wassersack benötigt aufgrund seiner Instabilität eine formgebende Hülle, hier unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Systemen:

    • Der sogenannte „Hardsider“( hard = hart, site = Seite ) die Urform des Wasserbettes, erhält die benötigte Stabilität durch einen geeigneten Bettrahmen.
    • Der „Softsider“ ( soft = weich, site = Seite ) bekommt durch eine freistehende, stabile Polsterwanne seine Form. Er kann jedoch auch zusätzlich aus optischen Gründen in einen Bettrahmen eingefügt werden.
    •  Eine Mischform beider Systeme gibt es inzwischen auch auf dem Markt, diese vereint die größere Wasserliegefläche und geringere Oberflächenspannung des Hardsiders mit der weichen Bettkante des Softsiders.

    Um bei Doppelbetten nicht durch die Bewegungen des Bettnachbars gestört zu werden, können auch zwei separate, durch einen Schaumstoffkeil getrennte Wassersäcke gewählt werden. Somit kann auch der Wunsch nach unterschiedlichen Wellenberuhigungen und individuellen Temperaturbedürfnissen ermöglicht werden. Pro Wassersack kann man mit einem Volumen von ca. 350 Litern rechnen. Wichtig ist, genauso wie bei jedem anderen Bettsystem, sich für ein Qualitätsprodukt zu entscheiden, von der Beratung im gutsortierten Fachhandel zu profitieren und dort auch verschiedene Modelle zu testen. Die Qualität ist entscheidend für die Lebensdauer, den Liegekomfort und die Verwendung von gesundheitlich unbedenklichen Materialien ( Kleber, cadmiumfreie Folien, formaldehydfreies Holz ).

     Pflege:

    Zum einen ist hier die ½-  bzw. jährliche Gabe eines „Konditioners“ in das Wasser nötig, um Algenbildung zu verhindern. Zum anderen ist der Wassersack mit einem speziellen Pflegemittel gegen Austrocknung des Kunststoffes zu behandeln. Dies hat entscheidenden Einfluss auf die Lebensdauer des Wasserbettes. Bei entsprechender Pflege bieten Hersteller qualitativ hochwertiger Ware hier schon 10 Jahre Garantie. Wobei die tatsächliche Lebensdauer natürlich in der Regel bei guter Qualität höher liegt.

    Sonstiges:

    Als groben Richtwert kann man für ein Doppelbett incl. der beiden Personen ein Gewicht von ca. 1 Tonne ansetzten. Wegen des relativ hohen Gewichtes sollten Sie sich deshalb vor dem Kauf über die architektonischen Gegebenheiten in ihrer Wohnung erkundigen.

    Außerdem  sollte man sich  gut überlegen, wo man es platziert, da sich ein Wasserbett auch nicht einfach verschieben lässt. Für einen Ortswechsel muss es auseinandergebaut und das Wasser abgelassen werden. Beim Umzug bietet der Fachhandel einen entsprechenden Service an. Rückenfitte Menschen, die eine Pumpe, einen Schlauch und handwerkliches Geschick haben, können den Auf- und Abbau auch alleine bewerkstelligen.

    Für sicherheitsbewusste Menschen, die Angst vor einem „Wasserunfall“ in ihrem Zuhause haben, gibt es über die Hausratversicherung die Möglichkeit, dieses Risiko abzudecken.

    Pluspunkte des Wasserbettes – nicht nur – für Skoliotiker:

    Anpassungsfähigkeit:

    Das Liegen auf einer Wassermatratze erzeugt ein Gefühl von Schwerelosigkeit. Das Wasser passt sich optimal der Anatomie des Schläfers an. Es unterstützt in Hohlräumen wie dem Nacken-, Lenden- und Beinbereich, individuellen anatomischen Besonderheiten wie z.B. dem Rippenbuckel und dem Lendenwulst weicht das Wasser einfach aus. Druckspitzen werden durch einen gleichmäßig verteilten Auflagedruck verhindert. Obwohl die Wassermatratze, je nach Wellenberuhigung sehr weich sein kann, „hängt“ hier nichts durch, und schon gar nicht die Wirbelsäule. Da das Liegegefühl und die Bewegung auf einem Wasserbett – je nach Wellenberuhigung –  anders sind, als auf einem herkömmlichen Bettsystem, braucht der Körper schon ein paar Tage, um sich darauf einzustellen. Im klinischen Bereich werden Wasserbetten z.B. erfolgreich gegen Dekubitus („Wundliegen“) und bei Brandopfern eingesetzt.

    Schlafqualität:

    Die periphere Mikrozirkulation des Körpers wird durch den niedrigen Gefäßaußendruck weniger belastet, wodurch sich das Durchschlafverhalten verbessert. Das heißt, der Schläfer bewegt sich weniger im Schlaf und die für einen erholsamen Schlaf wichtigen Tiefschlafphasen werden seltener unterbrochen.

    Wärme:

    Wärme entspannt verspannte Muskulatur und kann Schmerzen lindern. Da Wasser von sich aus bei Zimmertemperatur im Wassersack zu kalt wäre, um darauf zu liegen, ist in dem Wasserbett ein Heizsystem integriert.  Das ist ideal für alle Menschen mit Rückenbeschwerden, denen Wärme Linderung verschafft. Das Problem „kalte Füße“ beim Zubettgehen regelt sich dadurch ebenfalls. Dem Körper geht keine Energie verloren, um das Bett auf Körpertemperatur zu erwärmen und während der Nacht konstant zu halten. Für Menschen, die Bedenken hinsichtlich eines Strahlungsrisikos durch die Heizung haben, gibt es die Möglichkeit, diese nachts über eine Zeitschaltuhr ohne fühlbaren Temperaturverlust einfach abzuschalten (Temperaturabnahme ohne Heizung pro Tag 1°).

    Hygiene:

    Dadurch, dass der Wassersack abwaschbar ist und sämtliche Textilauflagen, je nach gewähltem Material bei bis zu 95° Grad waschbar sind, bietet dieses Schlafsystem gerade auch für Allergiker Entlastung. Beachten sollte man allerdings, dass nach dem Schlafen nicht sofort das Bett gemacht wird, sondern die Oberfläche erst Zeit zum Lüften bekommt. Feuchtigkeit kann nicht nach unten entweichen, sondern nur über die Liegefläche nach oben. Ansonsten riskiert man Schimmelbildung.

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